Samstag, 20. Mai 2017

Schau mir in die Augen, Audrey - Sophie Kinsella


Schau mir in die Augen, Audrey

erschienen am 16.01.2017 - Goldmann - 9,99€ - 352 Seiten - ISBN: 978-3-4424-8557-4

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Inhalt


Audrey wächst in einer liebevollen, leicht durchgeknallten Familie auf: Ihr großer Bruder ist ein Computernerd, ihre Mutter eine hysterische Gesundheitsfanatikerin und ihr Vater ein charmanter Teddybär. Doch Audrey weiß, dass sie selbst am durchgeknalltesten ist – sie leidet unter Angststörungen, kann nicht mehr zur Schule gehen und niemandem in die Augen sehen, weshalb sie stets eine Sonnenbrille trägt. Als sie auf Anraten ihrer Therapeutin beginnt, einen Dokumentarfilm über ihre verrückte Familie zu drehen, gerät ihr immer häufiger der gar nicht so unansehnliche Freund ihres Bruders vor die Linse – Linus. Und langsam bahnt sich etwas an, das viel mehr ist als der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ...


Meine Meinung


"Schau mir in die Augen, Audrey" war mein erstes Buch von Sophie Kinsella und hat mich definitiv dazu gebracht, mehr von ihren Büchern lesen zu wollen. Natürlich ist mir bewusst, dass es sich hier um ein Buch aus dem Young Adult-Bereich handelt, während ihre sonstigen Romane Protagonisten im Erwachsenenalter haben, aber ich hoffe, dass sich der locker-leichte, humor- und liebevolle Schreibstil auch in ihren weiteren Romanen finden lässt. Das Buch war sehr angenehm geschrieben und daher flüssig zu lesen; ich bin nur so durch die Seiten geflogen und das hat viel zu dem tollen Leseerlebnis von "Schau mir in die Augen, Audrey" beigetragen.

Audrey leider unter Angststörungen, wie bereits der Klappentext verrät. Ihre Krankheit steht im Mittelpunkt der Handlung, wenn auch sehr subtil. Aber gerade das hat mir so gut an diesem Buch gefallen. 
 Zum Einen stellt Sophie Kinsella Audreys Krankheit sehr gut dar; ich als Leser hatte wirklich das Gefühl, zu verstehen, was in Audreys Kopf vorgeht und wie sie sich fühlen muss. Durch die plastischen Darstellungen der Krankheit und der damit einhergehenden Probleme wurde die Themen "Angststörung", Panikattacken und letztendlich auch der Umgang damit in die Geschichte eingebaut, ohne jemals zu sehr in den Vordergrund geschubst zu werden. 
 Zum Anderen fand ich auch das Verhalten von Audreys Familie ihr gegenüber super gemacht. Ihre Eltern und auch ihr Bruder sind immer für sie da, wenn sie sie braucht, lassen ihr aber genauso ihren Freiraum und bedrängen sie nicht oder versuchen, sie zu etwas zu zwingen, was sie nicht möchte. 
 Nach und nach erfährt man mehr über die Entstehung ihrer Krankheit, was damals vorgefallen ist, und die erste schlimme Zeit danach. 
 Dabei entwickelt sich die ganze Geschichte mehr oder weniger um Handlungen, die mehr ihren Bruder und ihre Mutter betreffen, was ich am Anfang ein wenig merkwürdig, insgesamt aber sehr gut fand - Audrey möchte eher im Hintergrund bleiben und muss sich erst wieder daran gewöhnen, im Mittelpunkt zu stehen. Die Thematik der Handlungen zwischen ihrer Mutter und ihrem Bruder haben hin und wieder zu lustigen Stellen geführt, hätten meiner Meinung nach an manchen Stellen aber ein wenig "ernster" sein können - immer mal wieder hatte ich hier das Gefühl, die Situation wurde absichtlich ein wenig "lächerlicher" dargestellt, als sie hätte sein sollen, aber das war wirklich nur ein kleines Randproblem. 
 Von Audreys Mutter war ich ohnehin kein großer Fan; ihr kann ich eigentlich lediglich zugute halten, dass sie für Audrey alles getan hätte, fand sie ansonsten aber eher nervig und anstrengend. 
 Das Beste an der Geschichte war Audreys sich langsam entwickelnde Freundschaft mit Linus, einem Freund ihres Bruders, der sie Schritt für Schritt dazu bringt, über sich hinauszuwachsen.
 Auch die Drehbuch-Sequenzen, die immer wieder enthalten sind (da Audrey ihr Leben auf Rat ihrer Therapeutin hin mit einer Videokamera festhält), haben mir sehr gut gefallen, denn dadurch wurde dem Buch auf eine charmant-witzige Art Leben eingehaucht.

Insgesamt war "Schau mir in die Augen, Audrey" ein tolles Jugendbuch, das sich mit einem wichtigen Thema beschäftigt, ohne bedrückend oder zu ernst zu sein und die Problematik von Angststörungen in eine charmante, witzige Atmosphäre verpackt, ohne es ins lächerliche zu ziehen. Dafür vergebe ich vier von fünf Sternen.

✩✩✩✩

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